AM Alexander Mayr
Der Opernsänger

Vita

Spezialist für das hohe Tenor-Repertoire — mehr als 50 Opernrollen auf internationalen Bühnen

Alexander Mayr am Flügel in einem Konzertsaal

Seine erste musikalische Ausbildung erhielt der Wiener Tenor bei den Wiener Sängerknaben und am musischen Gymnasium in Salzburg. Das Gesangsstudium begann er am Salzburger „Mozarteum“ und schloss es bei Prof. Franz Lukasovsky an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien ab.

Bereits während des Studiums debütierte Alexander Mayr mit großem Erfolg als Toni in Hans Werner Henzes „Elegie für junge Liebende“ im Wiener Odeon. Kurz darauf wurde er für die Titelpartie der Oper „Schreber“ von Peter Androsch ans Stadttheater Klagenfurt und ins Ensemble der Deutschen Oper am Rhein in Düsseldorf engagiert.

Auf der Opernbühne

Einen wichtigen Schwerpunkt seines Repertoires bilden hohe Tenorpartien – etwa die Nase und der Wachtmeister in Schostakowitschs „Die Nase“, der Astrologe in Rimski-Korsakows „Der goldene Hahn“ oder der Student Arkenholz in Reimanns „Die Gespenstersonate“.

Früh mit der Musik der Moderne in Berührung gekommen, feierte er viele Erfolge als Interpret zeitgenössischer Werke – mit der Titelpartie der Oper „Ion“ beim Aldeburgh Festival und beim Almeida Festival in England, als Kaufmann in Rihms „Jakob Lenz“ bei den Salzburger Festspielen oder mit der Tenorpartie in der international beachteten Uraufführung von Stockhausens „Sonntag aus Licht“ an der Kölner Oper.

Sein traditionelles Repertoire vom Barock bis zur Romantik umfasst Opern- und Operettenpartien des Charakterfachs, des lyrischen und des Spielfachs – unter anderem Mengone (Der Apotheker/Haydn), Basilio (Le Nozze di Figaro), Janek (Věc Makropulos/Janáček), Armand (Der Graf von Luxemburg), Brioche (Die lustige Witwe), Stanislaus (Der Vogelhändler), Spalanzani sowie Franz/Cochenille/Pitichinaccio/Andreas (Hoffmanns Erzählungen), Trin (La Fanciulla del West/Puccini), Scaramuccio (Ariadne auf Naxos) und den Protagonisten (Der Protagonist/Weill).

Unter namhaften Dirigier- und Regieleitungen – darunter Stefan Soltesz, David Parry, Peter Keuschnig, Johannes Kalitzke, Christof Loy, Brigitte Fassbaender, Andrea Schwalbach, Stein Winge, Sir Peter Ustinov und La Fura dels Baus – war Alexander Mayr an vielen internationalen Bühnen engagiert. Seine Wege führten ihn u. a. an die Theater in Innsbruck, Klagenfurt, Basel, Luzern, Lübeck und Oldenburg, zur Opernszene Wien und zur Neuen Oper Wien, an die Wiener Kammeroper, die Deutsche Oper am Rhein in Düsseldorf, die Oper Köln, das Wuppertaler Opernhaus, die Oper Kiel, die Opera Zuid in Maastricht, die Griechische Nationaloper in Athen, das Aalto-Theater Essen und die Frankfurter Oper. Hinzu kommen die Operettenfestspiele in Bad Ischl, das Aldeburgh Festival und das Londoner Almeida Festival, das Osterklang Wien Festival und das Internationale Kammeropern Festival in Zwolle/NL sowie die Salzburger und die Bregenzer Festspiele.

Konzert und Aufnahmen

Als Konzertsänger war er mit dem Radiosymphonieorchester Wien, der Camerata Academica Salzburg, der Nordwestdeutschen Philharmonie, dem Ensemble Contrechamps und weiteren Orchestern zu hören – mit Programmen wie Orffs „Carmina Burana“, konzertanten Opernaufführungen sowie Opern- und Operettengalas, u. a. im Wiener Konzerthaus, im Konzerthaus Dortmund, im Linzer Brucknerhaus, im Großen Saal des Mozarteums in Salzburg und im Radio Studio Ernest Ansermet in Genf.

Immer wieder stand Alexander Mayr auch als Countertenor auf der Bühne. Seine Diskographie umfasst CD-Einspielungen von Carl Orffs „Carmina Burana“ und Michael Mautners „Dantes Fest“, eine CD- und Video-Liveaufnahme von Claudio Monteverdis „L’Orfeo“ aus der Deutschen Oper am Rhein sowie eine DVD-Liveaufnahme von Ernst Kreneks „Karl V.“ von den Bregenzer Festspielen 2008.

Alexander Mayr am Fenster

Lehre

Seit Oktober 2022 betreut Alexander Mayr Studierende als Universitätsprofessor für Gesang und Angewandte Gesangsdidaktik am Antonio Salieri Institut für Gesang und Stimmforschung in der Musikpädagogik der mdw – Universität für Musik und darstellende Kunst Wien; seit 2026 leitet er das Institut. Zuvor lehrte er ab 2013 Gesang am Schauspiel-Institut der mdw und betreute als Professeur de Chant Studierende an der Musikhochschule in Genf.

Meisterklassen unterrichtet er regelmäßig, u. a. an der Hochschule für Musik in Genf und der HEM in Neuchâtel, an der Ferdinand Rebay Musikakademie in Heiligenkreuz sowie im Rahmen der Rhodope International Summer Academy in Shiroka Laka/Bulgarien. 2025 gab er beim Symposium der Korean National Opera in Seoul Masterclasses und Vorträge zum Thema Transfer wissenschaftlicher Erkenntnisse in die praktische Didaktik; 2024 hielt er an der Kunstuniversität Graz künstlerisch-wissenschaftliche Vorträge zur Gesangsstilistik im romantischen Klavierlied (weitere Informationen im Bereich „Der Gesangspädagoge“).

Forschung

Intensiv widmet sich Alexander Mayr zudem der künstlerisch-wissenschaftlichen Forschung – den Themenbereichen historische Gesangstechniken und Gesangsästhetik, historische Aufführungspraxis von Vokalliteratur, Gesangsphysiologie und akustische Phänomene der Phonation. Für sein Dissertationsprojekt „Die voce faringea. Rekonstruktion einer vergessenen Kunst“ (www.voce-faringea.com) wurde er 2014 an der Kunstuniversität Graz mit Auszeichnung zum Dr. art. promoviert.

Gesangswissenschaftliche Artikel hat er u. a. im Journal of Voice und in der Vox Humana veröffentlicht; im November 2018 erschien sein Buch „Voce faringea. Eine Kunst der Belcanto-Tenöre. Geschichte – Physiologie und Akustik – Übungen“ im Bärenreiter-Verlag (ISBN 978-3-7618-2468-9).